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Wer reiste zurzeit des ausgehenden 12. Jahrhunderts? Pilger (Wallfahrer) mit
Pilgerstab, Pilgertasche und evtl. auch Pilgermütze; Kaufleute; Scholaren; Gaukler und Artisten - "joculatores" -, Sänger und Vaganten; Handwerker oder ihre Gehilfen, die für die
Baustellen der Zeit, z.B. die Dombauten, gebraucht wurden; Kreuzfahrer, Mönche, Ritter und natürlich die Fürsten mit Gefolge.
Wie reiste man? Oft zu Fuß, wer es sich leisten konnte zu Pferd (oder auf dem Esel), wo es sich anbot auf dem Schiff. Ein Problem waren die Flussübergänge - Brücken waren selten,
teuer und aufwändig zu errichten und zu erhalten (weshalb Brückenzölle gefordert wurden; und ein wenig später wurde eine Brücke wie die von Avignon so berühmt, dass sie mit "Sur
le pont/d'Avignon" sogar ins Liedgut einging), man benutzte Furten oder Fähren. Am Rhein existierten bis ins 19. Jahrhundert zwischen Basel und Rotterdam keine Brücken.
... nicht gerade ungefährlich!
Um sich gegen Raubüberfälle zu schützen, schlossen sich Reisende gerne zusammen - oft zu
großen Gruppen (aus denen später die Hansen entstanden). Pilger galten als arm, vor allem aber als tabu. Aber auch solche Tabus wurden gelegentlich durchbrochen, wie der
prominente Fall von Richard Löwenherz zeigt, der auf der Rückreise vom Kreuzzug gefangen genommen wurde - auch Kreuzzüge galten als Wallfahrten, und Kreuzfahrer standen unter
besonderem Schutz. Es ist historisch belegt, dass Kaufleute sich, des besseren Schutzes wegen, mitunter als Pilger tarnten.
Wo man übernachtete, wenn nicht im eigenen Zelt, wollte gut überlegt sein: Klöster und die an den Pilgerstraßen entstehenden "Hospize" wurden gern besucht, manche "kommerzielle"
Herbergen galten als nicht ungefährlich. Man schlief dort gemeinsam im Stroh, zum Heizen und Kochen nutzte man im 12. Jahrhundert noch meist ein offenes Herdfeuer in der Mitte des
Raums, der Rauch zog durch eine Öffnung im Dach ab; der Stall diente zugleich als Toilette.
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